Kolumne: Alfonso Bialetti, die Moka Express und das Percolator-Prinzip

Ich weiss noch ganz genau, wann und wo ich die erste Bialetti gesehen, gehört und vor allem gerochen habe.

80er Jahre, Berlin, WG in Kreuzberg, da stand sie auf der Gasflamme. Es war scheissekalt in der Bude und ich wärmte mir die Hände über der Kanne, die langsam anfing, mit mir zu sprechen.

Sie röchelte mir ihr später geliebtes “der Kaffee ist fertig” asthmatisch wie Darth Vader ins müde Ohr. 

ie Kombination aus diesem Geräusch, dem Duft des Gasherdes mit dem frischen Kaffee, die Wärme werde ich nie vergessen. Mein damaliger Freund schäumte Vollmilch in einem Topf mit Hilfe eines uralten Schneebesens auf, große Schalen wurden gefüllt, beidhändig die heisse Liebe haltend, standen wir in der kalten Küche und waren einfach glücklich. Schwarzer Krauser rundete das Erlebnis ab, herrlich!

Kaffee-Kultur in Deutschland war damals schlicht nicht existent, Melitta und Jakobs und fertig. Einige Jahre später hatte ich eine Freundin in Zürich und da tauchte wieder diese Kanne aus Alu auf und machte mich glücklich mit ihrem ganz eigenen Geschmack.

Alfonso Bialetti (geboren 1.1.1888 in Omegna; gestorben 31.12.1970 in Zagarolo) wurde vor allem bekannt durch die Erfindung der Moka Express, der ersten “Espresso-Maschine” für den privaten Haushalt. Die Idee der Perkolation war dabei die Ausschlaggebende. Hier “sickert” das heisse Wasser durch das Kaffee-Pulver. Und zwar von unten, durch Druck, nach oben. Die Kanne auf dem heissen Herd erhitzt das Wasser im unteren Teil der Kanne, so weit, dass es durch den Filter, durch das Pulver hindurch nach oben steigt, das bekannte Geräusch produzierend, feinster Duft entsteigt der Kanne, bester Kaffee wartet auf dich.

Ich habe zwei solcher Kannen, eine Kleine, eine Große, aus Stahl, aber immer Bialetti. Seit Jahren begrüßt mich dieser nette Kerl auf der Moka Express und ich will ihn, will sie nicht mehr missen.

 

Mahalo!

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