Donnerstag, 25 Januar 2018 05:32

Mein Blaumann und ich, die ersten Wochen

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Vor einigen Wochen bekam ich vom freundlichen Sonny von Schall & Rauch meine erste Blaumann Jeanshose geschickt, hier habe ich was drüber geschrieben, und ja, ich hatte sie jeden Tag an.

Moment, gelogen ....

Sylvester nicht. Da musste ein Anzug ran, war sehr fein, mal wieder einen Anzug zu tragen.

Sonst aber jeden Tag. Jedes Mal, wenn ich aus dem Haus bin, habe ich meine Beine in diesen Starrkopf aus blauem Stoff gesteckt und es zwei Minuten später vergessen. Ich hatte es schlicht vergessen, wie steif diese Hose gerade noch rüber kam und fühlte mich nur noch sauwohl mit der Jeans am Leib. 

Was also ist die Magie hinter diesem Stoff, hinter dieser Vorgehensweise, denn genau das ist es. Eine Vorgehensweise, ein Projekt, angeleitet durch Freunde, die schon länger mit Raw Denim zu tun haben und den Anweisungen im Blaumann selber, gedruckt auf Kärtchen, an und in den Innenseiten der Hose, genauer auf den Taschen. 

Hier wird Geduld gepflegt, gepredigt und erwartet. Etwas, dass der moderne Konsument nicht mehr hat. Keine Zeit, keine Lust eine Hose einzutragen. Man bekommt Hosen im Used-Stone-Moon-Washed Look für 14 € bei Alibaba und Co. Die sind soft und löchrig und bleached und scheisse für den Planeten und überhaupt. 

Diese Jeans, die Blaumann macht es dir nicht leicht, sie zu mögen. Derbe, steif, ja, bretthart liegt sie vor dir und du fragst dich, wie deine runden Beine in diese eckige Hose passen sollen. Man hat Angst, sie zu falten, sie könnte einfach brechen oder nie wieder gerade zu biegen sein. Und das Ganze für 250 €, das kostet dieses Stück deutsche Jeans. 

Jetzt trage ich sie ein und sie mich, weil beides verändert sich. Der Träger wie die Hose. Beide passen sich an, werden sich ähnlich. Wie Stiefel, derbe Lederstiefel, die am Anfang schmerzen und jetzt stehen sie da und man liebt sie, weil sie einem passen, sie einem gehören. So ist das mit dem blauen Mann aus Künzelsau auch. 

Mal einige Fakten auf den Schneidertisch. Wir reden hier von einem 15 oz Stoff, fünfzehn Unzen, eine Unze mehr als die legendäre erste LEvi's (schon richtig geschrieben so).
15oz/square yard sind 425,243 Gramm auf 0,83612736 m², heavy duty in jeder Hinsicht.

Ich habe keine Waage, aber Freunde, meine Jeans wiegt mit dem Gürtel und dem Geldbeutel und dem Bändele locker jede Menge. 

Ein viel diskutiertes Thema ist das Waschen der Guten. Ich habe sie nicht einmal gewaschen in den letzten Wochen, habe sie unter dem Jeep und auf dem Moped angehabt, zum Feiern und Grillen und Kochen und am Strand. Flecken werden mit Wasser, manchmal etwas Seife gelöscht, ich lasse sie immer wieder draußen hängen, lüften und gut. Ich bleibe dran und werde sie bis auf Weiteres nicht waschen, ich denke in spanischem Klima ist das ein Leichtes, fast immer trockenes Wetter, selten Nass von oben. 

So langsam bekommt sie ihre ersten Spuren, Tragespuren an den Hosenbeinen, an den Taschen vom Messer und was ich sonst so in ihnen trage, am Hintern vom Moped. Sie wird Meine, immer mehr, und ich werde Ihrer, immer mehr.

Ich liebe dieses derbe Stück aus Germany!

 

 

Mahalo!

 

 

Blaumann Jeanshosen

Schall & Rauch

  

PS: Ich habe die Produkte, die ich hier teste und vorstelle von den Firmen kostenfrei bekommen. Meine Meinung ist vollkommen frei von jedem Einfluss der Firmen, schlicht meine Meinung. 

Just saying.


Letzte Änderung am Freitag, 26 Januar 2018 19:28

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"The cure for anything is salt water: sweat, tears or the sea." - Isak Dinesen.