Mittwoch, 26 April 2017 08:14

Achtsamkeit, die Aufmerksamkeit im Alltag

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Achtsamkeit, man(N) liest es, oft, denkt sich zu oft, auf vielen Kanälen, achtlos, oft.

Freunde, wenn ihr beim Rasieren der Konturen oder eurer Glatze oder gar beim Intimshaving unachtsam seit, dann sind entweder die Konturen für den Arsch oder Blut weist euch darauf hin, in Zukunft achtsamer, aufmerksamer zu sein.

So einfach? Ja, so einfach.

In der Überschrift habe ich noch ein anderes Wort verwendet, die Aufmerksamkeit. Sie sind nahe Verwandte, die Achtsamkeit und die Aufmerksamkeit, eigentlich Zwillinge, zweieiige allerdings.

Die Aufmerksamkeit ist eine mehr oder weniger bewusste Fokussierung auf etwas, man nimmt etwas mehr oder minder bewusst wahr, konzentriert sich auf etwas. Eine Gabe, die man durchaus trainieren kann und sollte.

Die Achtsamkeit dagegen ist etwas absichtsloses, die Gegenwart ohne Bewertung als das zu sehen, was sie ist. Sie beruht allerdings auf unserer Fähigkeit, unsere Aufmerksamkeit in gewissem Maße zu lenken.

Geschwafel?

Denkt an die blutende Schnittwunde, an die Kontur, die euch das Wochenende versaut.

Und jetzt denkt weiter: Wie viel Unachtsamkeit verträgt euer Tag. Wie viele eure Mitmenschen und letztlich ihr. Ich lasse mir einen Bart wachsen, pflege ihn, liebe ihn, trage ihn mit Stolz und Würde. Ich gehe mehr als aufmerksam mit meinem Körper um, ich achte(!) auf mich und meinen Körper.

Und!

Ich provoziere mit meinem Bart, mit meinen Äußeren eine Reaktion der Umwelt, der Leute um mich herum. Ich bewege etwas in den Köpfen.

Kennt ihr, oder? Salafist! Taliban! Andere pfeifen bei meinem Anblick die Melodie von "Der Mann in den Bergen" ...

Das ist die Aussenwirkung auf andere und die hat Einfluss auf euer Leben, direkt. 

Eine Reaktion auf derartige Sprüche kann natürlich die schlagfertige, verbale Watsche sein, kommt evtl. schlecht an bei den Umstehenden oder gar nicht, weil man schlicht nicht schlagfertig ist, immer oder eben jetzt gerade nicht!

Mein Rat ist es, diese Situation zwar zu beachten(!), aber ohne eine Wertung der Sache. Einfach nichts sagen, nichts tun. Den Sprecher ansehen und atmen. Mehr nicht. 

Arroganz? Mag so ankommen. Wenn ihr aber Ruhe ausstrahlt, wertfrei im Moment steht, dann tut ihr etwas Gutes. Ihr achtet mit jeder Faser eures Körpers auf diese Sekunden. Achtsam. Friedlich.

Mit Achtsamkeits-Meditationen veränderst du dein komplettes Leben, deine Weltanschauung. Du wirst deinen Körper anders erleben, deine Gedanken, deine Umwelt. Dadurch entsteht ein anderes Lebensgefühl. Du wirst ruhiger, gelassener. 

Auf meiner Suche nach religionsfreien Meditationen stieß ich auf Jon Kabat-Zinn. Er unterrichtet Achtsamkeitsmeditation, um Menschen zu helfen, besser mit Stress, Angst und Krankheiten umgehen zu können. Im Buddhistischen werden diese durchaus auch gelehrt, sie heissen Vipassana-Praxis und beinhalten unter anderem Buddhas Rede von den Vergegenwärtigungen der Achtsamkeit, für die Interessierten nachzulesen unter anderem hier.

Jon Kabat-Zinn hat eine Menge Bücher geschrieben. Er lehrt an der University of Massachusetts Medical School. Ein analytischer, wissenschaftlicher Weg, genau das, was ich suchte. 

Eines der ersten von mir gelesenen Bücher von ihm war "Zur Besinnung kommen: Die Weisheit der Sinne und der Sinn der Achtsamkeit in einer aus den Fugen geratenen Welt", hier bei amazon zu bestellen. Daraufhin habe ich mir einige seiner CDs bestellt und mich bei meinen Meditationen leiten lassen. 

Ich muss dazu sagen, dass ich, was Meditation anging, damals schon kein Neuling mehr war, mir aber die angeleiteten Übungen sehr geholfen haben, mich darauf einzulassen einen neuen Pfad zu gehen, auch und vor allem als Mann. Nach meinem Weg durch eine Menge verschiedener buddhistischer und hinduistischer Schulen und Praktiken war ich endlich angekommen. Eine völlig esoterikfreie Art mit meinen Gedanken, mit mir umzugehen. 

Mein Leben hat dadurch an Qualität gewonnen. Ich bin anders, aber immer noch ich. Ich gehe feiern, ich trinke gerne, lache laut und erzähle derbe Witze, aber eben achtsam.

Probiert es aus, lasst mich wissen, wenn ihr Fragen habt!

Namaste! 

PS: Lest hier mehr über meine Erfahrungen mit Meditation.

 

Letzte Änderung am Freitag, 19 Mai 2017 17:11