Mittwoch, 17 Januar 2018 16:40

Interview mit Matthias vom Vi Tva Hairshop Empfehlung

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Bon dia Matthias, ein paar Worte zu deiner Person. Wann kam der Bart und wann die Idee in der Szene aktiv zu werden?

Als 78er Baujahr dauert mein Weg inzwischen einige Jahre und führte mich über viele Umwege auf den heutigen Stuhl in meinem Büro. Ein Lehre als Kaufmann im Einzelhandel und viele Jahre in einem Getränkegroßhandel wurden abgelöst durch eine Selbstständigkeit in der Gastronomie. Dort standen 7 Jahre Veranstaltungen und das Leben in der Cocktailbar auf dem Tagesprogramm. Nach weiteren drei Jahren als Pfleger auf einer Akut-Station in einer Psychiatrie, verschaffte ich mir noch den letzten Feinschliff in Sachen Umgang mit komplizierten Menschen und eröffnete 2013 kurzentschlossen und voll motiviert den Vi Tva Hairshop. Meinen Bart trage ich, seitdem ich 18 bin, was damals aber kaum etwas mit der Liebe zu Bartpflegeprodukten zu tun hatte, sondern eher was mit der Abneigung gegen das Rasieren. Er war mal länger, mal kürzer aber so gut wie immer da. Ein schöner Bart sollte es so um 2012 sein, denn da entdeckte ich, dass es echt tolle Produkte gibt. Diese waren nur leider etwas schwer zu beschaffen. Aber dem haben wir ja dann Abhilfe geschaffen.

Du betreibst einen der umfangreichsten Shops im deutschsprachigen Raum mit Produkten für Mann und Frau, von Kopf bis Fuß, Kosmetik, Putzmittel ja sogar schickes Motoröl. Woher der Enthusiasmus so ein riesen Sortiment an die Frau, an den Mann bringen zu wollen?

Der Standardspruch, den man in unzähligen Interviews liest, wäre ja jetzt: „Das, was die wenigen anderen Shops zu dieser Zeit angeboten haben, reichte mir nicht aus und entsprach nicht meinen Ansprüchen. Dem ist nicht so, denn auch 2013 gab es bereits sehr gute Shops für Pomaden und Bartpflegeartikel und ich kaufte dort auch gern ein. Der wahre Grund für Vi Tva Hairshop war lediglich eine Dose Murray’s Nu Nile, die leer, lange Zeit unbenutzt, in meinem Badschrank stand. Dort erfüllte sie lediglich dekorative Zwecke, bis ich sie irgendwann mal benutzte und somit die Leidenschaft zur Pomade entfacht wurde. Parallel dazu natürlich auch die Bartpflege. Ich saugte förmlich jegliche Information über Entstehung und Anwendung sowie die einzelnen Hersteller auf und 2013 traute ich mich dann einfach, es mal selbst zu probieren. Somit fing ich dann an, in kleinen Mengen die kleinen Fläschchen und Dosen in einem kleinen Onlineshop zu verkaufen. Warum kurze Zeit später auch Pflegeprodukte für Frauen mit ins Sortiment kamen, ist ganz einfach: Das Schönste im Leben der meisten Männer ist doch fast immer die Frau und somit sollten diese nicht ausgeschlossen werden. Das restliche Sortiment hat sich nach und nach ergeben. Das Motoröl hat zum Beispiel seinen Platz bei uns gefunden, da ich die Marke Rektol gerne für die Motoren nehme, die mir am Herzen liegen und ich bei unseren Verkaufsständen auf Festivals und Car Shows auch verkaufe. Aus diesem Grunde sind sie ein Teil von mir und gehören in den Shop. Ich mag es, dass Vi Tva Hairshop nicht nur Haar- und Bartpflege verkauft, sondern all die Vielfalt Spaß beim Stöbern macht und am Ende doch irgendwie wieder zusammen gehört. Woher der Enthusiasmus? Weil es mir Spaß macht Pomaden und Bartpflege zu verkaufen und all die kleinen Nebensortimente dazu. Mir bereitet es immer große Freude die ganzen Friseursalons und Barbershops zu besuchen und zu betreuen, die wir seit einigen Jahren beliefern. Man lernt auf allen Reisen stets großartige Menschen kennen.

Matthias, du liebst den amerikanischen Lifestyle, amerikanische Autos, Rock’n’Roll etc. Was verbindet dich mit den USA? Gibt's da eine Geschichte zu erzählen?

Eine wirkliche Geschichte gibt es nicht und letztendlich ist es eine Reihe von Ereignissen, die sich in meinem Leben ergaben. Ich war schon immer so ein Kind, was sich bei blubberndem Motorsound umdrehen musste und das ist noch heute so. Es macht mich zufrieden, diesen großen Motoren zu lauschen und dabei das Gefühl zu genießen, dass das Leben kurzzeitig entschleunigt wird. Diese Eigenschaft habe ich auch an meinen Sohn vererbt, der mit seinen 12 Jahren inzwischen mehr über US Cars weiß, als ich selbst. Somit ist es nun so ein Vater-Sohn-Ding. Zudem sind wir beide geradezu süchtig, mit US-Geländewagen im Dreck zu spielen, zu buddeln und zu spritzen. Der Lifestyle, der gefällt mir einfach gut und er lebt sich gut und wenn es Musik für mich gibt, die in fast jeder Lebenslage passt, dann ist es Rock ’n’ Roll. Naheliegend, dass mir Festivals am Herzen liegen, auf denen Rock ’n’ Roll und Autos vereint werden. Was mich mit den USA verbindet? Keine Ahnung, ich war noch nie da.

Dein Laden ist südlich von Berlin, eine wundervolle Ecke, die ich von einigen Tripps mit meiner Family her kenne. Wieso wohnst, arbeitetest du dort und warum zieht es dich nicht in die Hauptstadt mit deinem Shop?

Ich wohne nicht in der Hauptstadt, weil ich in 45 Minuten da sein kann und irre wäre, wenn ich mir diesen Stress einer Großstadt antun würde. Ich war schon immer ein „Draussen-Kind“ und das werde ich auch immer bleiben. Für mich ist Brandenburg eines der schönsten Bundesländer und ich liebe die vielen Seen, die Wälder und den sehr nahen Spreewald. Und ob nun ein Onlineshop im ländlichen Baruth oder in einer belebten Hauptstadt ist, spielt fast keine Rolle. Und wenn mir wirklich nach Stadt ist, so liegt doch die Größte direkt vor meiner Nase.

Wenn dich jemand fragen würde nach Tipps so einen Laden aufzubauen, das ganze unter einen Hut zu bekommen, Familie, Spass, Glück und Geld verdienen, was würdest du antworten?

Ich würde ihn fragen, ob er mir nicht lieber jemanden nennen kann, der ein Rezept dafür hat! So viele Sachen passen irgendwie nicht unter einen Hut und gerade die Familie leidet oft darunter. Es tut oft weh, wenn man sieht wie schnell das Kind auf dem Wege ist, erwachsen zu werden und man eigentlich nur die Zeit im Büro oder Auto verbringt. Mein großes Glück ist, dass Frau und Kind meine Interessen teilen und mir oft helfen. Mein „Kleiner“ hat sich sogar schon eigene Visitenkarten eingefordert, auf denen unter seinem Namen „Junior Geschäftsführer“ steht ...

Der Spaß ist kein Problem, denn der ist trotz vielen Anstrengungen immer dabei. Und es ist der erste Job in meinem Leben, in dem ich bisher jeden Moment Spaß bei der Arbeit hatte. Ich wünsche mir, dass dies auch immer so bleibt.

Was meinst du, wohin geht es in Sachen Bart, in Sachen Style und den Produkten drum rum, was bleibt, was wird gehen und was ging noch nie?

Ich bin der Meinung, dass Bärte schon immer da sind und auch immer bleiben werden. Vielleicht nicht ewig so gehypt wie in den letzten Jahren, aber er wird bleiben. Und eines wurde auf jeden Fall in den letzten Jahren immens entfacht, dass Männer sich bewusster und hochwertiger pflegen und das Gefühl zu hochwertigen Produkten.

Gehen wird hoffentlich irgendwann dieses „ich trage einen Bart, weil es gerade angesagt ist“ und bleiben wird „ich trage einen Bart, weil ich darauf stehe“!

Bei den Produkten muss man, glaube ich, das Rad nicht neu erfinden und es ist alles da, was Mann so braucht. es tauchen immer wieder tolle Produkte auf, in neuen Duftrichtungen oder Zusammensetzungen. Und nebenher auch eine Menge Schrott, von Firmen, die nur mitschwimmen. Ich mag am liebsten Hersteller und deren Produkte, die eine Geschichte haben. Eine Geschichte, für die man einen kleinen Augenblick mal alles liegen lassen kann und diese auch wirklich liest. Das sind dann genau die, die mir im Vi Tva Hairshop am wichtigsten sind.

Viele Dank, Matthias ,für deine Zeit und weiterhin viel Erfolg.

Ich danke dir!

 

Vi Tva Hairshop

Hauptstraße 105

15837 Baruth

Deutschland

https://vitva-hairshop.de

Vi Tva Hairshop bei facebook

 

Mahalo!  

 


Letzte Änderung am Samstag, 20 Januar 2018 18:29

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"The cure for anything is salt water: sweat, tears or the sea." - Isak Dinesen.