Donnerstag, 23 März 2017 08:43

Seife, der saubere Wiedergänger.

Seife, überall Seife. Und ja Freunde, vor allem im Bad des Mannes hält der lange vergessene Wiedergänger Seife mit Pauken und Trompeten Einzug.

Seife. Bei dem Wort kommen in mir Erinnerungen hoch. Kernseife. Dieser gelbliche Block, viereckig, rissig, lag im Bad und in der Waschküche. Damit wurde gereinigt. Opas Hemdkragen genauso wie mein Kinderhintern, die dreckigen Füße und die speckigen Haare.

Kernseife, was ist das? Hier ein Auszug aus Wikipedia Kernseife

"Kernseifen zählen zu den Seifen und sind in der Regel Natriumsalze von Fettsäuren. Sie haben eine weiße bis bräunliche Farbe und einen Fettsäuregehalt von 72–75 %. Sie werden meist aus Fetten geringerer Qualität gewonnen. Kernseifen bilden die Grundlage für Zubereitungen, die oft Feinseifen genannt werden und mit pflegenden Zusätzen, Parfümen und Farbstoffen versetzt sind."

Ein altes Hausmittel, heute leider vergessen. Seine Wirkung ist indessen unbestritten, egal gegen Pickel, Fußpflege, als Waschpulver, Geschirrspülmittel, gegen Blattläuse etc.

Die stark reinigende und entfettende Wirkung ist perfekt, wenn es darum geht etwas sauber zu bekommen. Aber Obacht, bei der Reinigung der Haut muss man aufpassen. Sehr schnell endet ein Zuviel des Guten in trockener Haut.

Kurz bevor dann das Duschgel seinen Siegeszug antrat (und damit die Seife in die Tonne trat) kamen noch einige Produkte, die wir alle noch aus Kindertagen kennen. Parfümierte Lifestyle-Seifen, von den irischen Weiten bis zur sozialkritischen Rechenart, ein letztes Zucken und dann war Ruh im Tal der Seifen.

... und nicht zu vergessen: Das Waschstück!

Allerdings seifenfrei.

Aber es gibt bei Weitem nicht nur Kern- und parfümierte Industrieseifen. Der Markt entdeckt gerade für uns neue, exotische Seifen, aus Afrika, Syrien, Jordanien, Seifen aus Hanfsamen, Aprikosen, mit Arganöl und eigentlich allem, was Mutter Erde uns in die Hände gibt.

Ich selber nutze seit Jahren Dudu Osun, die schwarze Seife aus Afrika.

Aufpassen Freunde, es werden unterschiedliche schwarze Seifen angeboten, nur diese hier ist dich echte Dudu Osun. Ein anderer Anbieter hat ein nach Kunstblumen duftendes Stück auf dem Markt, das sich des gleichen Namens bedient.

Dudu Osun stammt ursprünglich aus Westafrika, genauer gesagt aus Nigeria. Daher verdankt die Seife auch ihren Namen. Denn die Bezeichnung „Dudu Osun“ gehört zur Sprachfamilie der Yoruba, die gleichzeitig eine Ethnie in Südnigeria ist und bedeutet so viel wie „schwarze Seife“. Die Seife ist vom Optischen her tatsächlich eine schwarze Seife und wird vorzugsweise in Westafrika gebraucht. 

Zur Fertigung wird Karitébutter, Zitrussaft, Palmkernöl und die Asche aus verbrannten Fruchtständen der Ölpalmen verwendet. Durch letzteres erhält die Seife auch ihre schwarze Färbung.

Ich wasche mich täglich mit ihr, auch den Bart, der durch sie eine wundervolle Verwandlung erfahren hat. Er fühlt sich kräftig und weich an. Da ich seit einigen Jahren an einer Hauterkrankung leide, die man im Volksmund "Pergamenthaut" nennt, kam ich nach vielen fruchtlosen Versuchen auf diese Seife. Meine Haut wurde durch Dudu Osun wesentlich stabiler, weniger anfällig für Verletzungen.

Hier beschreibe ich meine Erfahrungen mit Dudu-Osun genauer.

Voraussetzung hier ist die regelmäßige Verwendung, ebenso wie bei anderen Problemen mit Haut und Haar.

Es gibt sie auch in einer parfümfreien Form.

Einen regelrechten Hype erfährt momentan eine der ältesten Seifen der Welt, die Aleppo Seife. Ein uraltes Produkt, die einen sagen die Sumerer, die anderen die Ägypter, und wieder andere sagen, die Römer hätten es erfunden.

Eins ist sicher, die Schweizer waren es diesmal nicht. 

Lorbeerseife und Olivenseife aus Aleppo sind in jedem Falle etwas besonderes. Bei der Herstellung bilden Oliven- und Lorbeeröl die Grundlagen. Je nach Mischungsverhältnis der beiden Öle verändert sich nicht nur der Effekt der Seife, auch ihr Preis. Je höher der Anteil an Lorbeeröl, desto teurer die Herstellung und desto wertvoller die Seife. 

Hier eine Seife im beliebten Verhältnis 60/40, also ca. 60 % Oliven- und 40 % Lorbeeröl.

Und hier eine im Verhältnis 85/15.

Ein weiterer Faktor, der Einfluss auf den Preis und die Wirkung der Seife hat, ist die Lagerung. Licht und die Luftfeuchte verändern die Seife in ihrem Äußeren und Inneren. Ein weicher Kern ist kein Zeichen für eine schlechte Seife oder deren Lagerung, nur sollte dieser nicht zu groß sein. Das könnte eine Hinweis auf die Nutzung von "Beschleunigern" beim Reifeprozess sein.

Einige Verkäufer bieten Proben an, kleine Seifen zum Probieren, um sich an seine Mischung und seine Seife ranzutasten. In jedem Fall gilt: Nehmt euch Zeit, der Geruch und der Effekt der Seife verändert sich mit der Zeit, wie auch Haut und Haare eine Weile brauchen, um sich letztlich auf die neue Pflege einzustellen.

Ich habe durchweg gute Erfahrungen gemacht. Ihr auch? Würde mich freuen, von euch zu hören.

  

 

 

 

Publiziert in Salty Care